Sicher auf See - die Geschichte der Leuchttürme

Sie schmücken Küstengebiete und Hafeneinfahrten rund um die Welt: Leuchttürme. Seit Jahrhunderten verhindern sie Unfälle zur See und retten Leben. Und sie beflügeln bis heute unsere Fantasie. Obwohl Automatisierung immer häufiger den Leuchtturmwärter ersetzt, geben uns Leuchttürme ein beruhigendes Gefühl. Und die Geschichten ihrer einstigen Wärter fesseln uns.


Der Legende nach wähnte sich der Kapitän eines Kriegsschiffs der US-Marine auf Kollisionskurs mit einem kanadischen Schiff. Per Funk befahlt er dem anderen Schiff, seinen Kurs zu ändern. „Ändern Sie Ihren Kurs“, war die knappe Antwort. Da drückte der amerikanische Marineoffizier sein Kreuz durch und wiederholte seinen Befehl: „Dies ist der Flugzeugträger USS Lincoln, das zweitgrößte Schiff in der Atlantikflotte der Vereinigten Staaten. Wir werden begleitet von drei Zerstörern, drei Kreuzern und mehreren Versorgungsschiffen. Ich verlange, dass Sie IHREN Kurs 15 Grad nach Norden, das ist Eins-Fünf-Grad nach Norden, ändern. Oder es werden Gegenmaßnahmen ergriffen, um die Sicherheit dieses Schiffes zu gewährleisten!" Die Antwort kam umgehend: „Sie sprechen mit einem Leuchtturm. Sie sind dran.“


Die Historie der Leuchttürme

Am Anfang war das Feuer

Leuchttürme gelten als Inbegriff des öffentlichen Guts – sie versorgen Schiffe „kostenlos“ mit Licht. Licht wird tatsächlich schon sehr lange eingesetzt, um auf See für Sicherheit zu sorgen. Anfangs wurden auf Bergkuppen Feuer gelegt, die gefährliche Küstengebiete oder Untiefen und Riffs kennzeichneten. Die ikonischen Bauten, wie wir sie kennen, tauchten erstmals im 18. Jahrhundert auf. Ermöglicht wurden sie durch Fortschritte in der Bau- und Beleuchtungstechnik. Mit der Zeit wichen Kohlbogenlampen, Öllampen und Karbidlampen (die Licht produzierten, indem sie Kalziumkarbid verbrannten, gekoppelt mit einem Solarsensor) der elektrischen Beleuchtung, die ab den 1960er Jahren dominierte.


Die menschliche Note

Mit den Leuchttürmen kamen auch die Leuchtturmwärter. Sie waren dafür verantwortlich, die Gebäude zu warten und die Lampen zu bedienen. Ein weites Tätigkeitsfeld: vom Zurechtschneiden der Kerzendochte über das Nachfüllen von Brennstoff bis hin zum Aufziehen des Uhrwerks. Die Wärter wohnten meist auch im Turm – zusammen mit ihren Familien. Doch blieben sie nie lange an einem Fleck. Meistens wechselten sie nach einigen Monaten ihren Arbeitsort. Es war sogar üblich, dass mehrere Leuchtturmwärter zusammen wohnten und sich die Arbeit teilten. Das war nicht immer eine einfache Aufgabe. In vielen Gebäuden gab es weder fließendes Wasser noch eine Heizung. Andere wieder lagen fernab der Außenwelt.

Doch natürlich hat alles einmal ein Ende. Und das trifft auch auf den Beruf des Leuchtturmwärters zu. Aufgrund technologischer Fortschritte wurden in den 1980er Jahren erste Arbeitsschritte automatisiert. In den 1990er Jahren wurden die Wärter vollständig durch maschinelle Abläufe ersetzt. Je verbreiteter die Fernüberwachung und der automatische Austausch von Lampen wurden, desto überflüssiger wurden die Leuchtturmwärter.

Der Legende nach wähnte sich der Kapitän eines Kriegsschiffs der US-Marine auf Kollisionskurs mit einem kanadischen Schiff. Per Funk befahlt er dem anderen Schiff, seinen Kurs zu ändern. „Ändern Sie Ihren Kurs“, war die knappe Antwort. Da drückte der amerikanische Marineoffizier sein Kreuz durch und wiederholte seinen Befehl: „Dies ist der Flugzeugträger USS Lincoln, das zweitgrößte Schiff in der Atlantikflotte der Vereinigten Staaten. Wir werden begleitet von drei Zerstörern, drei Kreuzern und mehreren Versorgungsschiffen. Ich verlange, dass Sie Ihren Kurs 15 Grad nach Norden, das ist Eins-Fünf-Grad nach Norden, ändern. Oder es werden Gegenmaßnahmen ergriffen, um die Sicherheit dieses Schiffes zu gewährleisten!" Die Antwort kam umgehend: „Sie sprechen mit einem Leuchtturm. Sie sind dran.“


Die Beleuchtung von Leuchttürmen

Licht spielt weiter eine wichtige Rolle

Doch trotz des Aufkommens von GPS und moderner Navigationstechnologie für Schiffe: Warnbeleuchtung entlang der Küsten gilt immer noch als wichtige Ersatz-Technologie. Wenn die Navigationstechnik versagt oder extreme Wetterverhältnisse herrschen, kann Licht immer noch Katastrophen verhindern und Orientierung bieten. Ein Beispiel dafür ist das Korallenriff in den Florida Keys. Es erstreckt sich über 320 Kilometer, hauptsächlich entlang der Küste der Keys und am Rande des mächtigen Golfstroms. Hunderte von Booten rammten unwissentlich das Riff und gerieten so in Gefahr. Auf Wunsch der Seefahrer installierte die Küstenwache dort zwei neue, etwa 12 Meter hohe Stahlbauten mit LED-Lichtern, die aus allen Richtungen aus einer Entfernung von 14 nautischen Meilen (74 Kilometer) sichtbar ist.


Das Vermächtnis der Leuchttürme

Auch viele historische Bauten erleben eine Renaissance. Zwar wurden sie anfangs vernachlässigt oder gar zerstört. Letztlich siegte aber häufig ihr Charme und Nostalgie-Faktor. Einige Leuchttürme wurden daher an Regierungen oder gemeinnützige Organisationen übergeben, die die Gebäude erhalten und verwalten. Andere Türme haben eine komplett neue Bestimmung bekommen: etwa als Luxushotel oder ausgefallene Location für Hochzeiten. Und die Wärter? Auch wenn sie heute andere Berufe ausüben: durch ihre Bücher und Memoiren, ihre Geschichten und Legenden werden sie noch lange weiterleben, nachdem die Lichter ausgegangen sind.