Ein Unternehmen. Zwei Generationen. Eine Leidenschaft.

Kunz von Kriegelstein

LEDVANCE eint gestern und heute: ein Startup, das auf 100 Jahre Erfahrung zurückblicken kann. Wir haben zwei Mitarbeiter an einen Tisch gebracht: der eine arbeitet seit vier Jahren für OSRAM, der andere im vierten Jahrzehnt. Ein Gespräch über Konstanten und Veränderung – und über die zeitlose Leidenschaft fürs Licht.


Kunz von Kriegelstein macht beim Thema Licht keiner so schnell was vor. Der Photoingenieur arbeitet seit 1985 in unterschiedlichen Positionen für OSRAM – sei es im Produktmanagement, Vertrieb oder als Referent. Christian Burger fing 2012 als dualer Student bei OSRAM an. Mittlerweile kümmert er sich bei LEDVANCE um das Vertriebs- Marketing für Leuchten und absolviert neben dem Beruf noch ein Masterstudium. Beim gemeinsamen Interview wird schnell klar: Die beiden verstehen sich blind – trotz gut 40 Jahren Altersunterschied.

Herr von Kriegelstein, als Sie 1985 bei OSRAM anfingen, war Herr Burger noch gar nicht geboren. Was war damals anders als heute?

Kunz von Kriegelstein: Die Arbeitsbedingungen waren nicht vergleichbar. Wir haben noch auf der Schreibmaschine getippt – und wenn man ganz modern war, hatte man ein Faxgerät. Handys waren nicht in Sicht. Als Vertriebsingenieur war ich dann in einer mir bis dahin fremden Region tätig. Damals war das Schwierigste nicht, den Kunden zu gewinnen – sondern ihn überhaupt zu finden! (lacht)

Herr Burger, Sie haben 2012 bei OSRAM begonnen – und sind nun mittendrin, wenn LEDVANCE an den Start geht. Sehen Sie Konstanten zu der Zeit, als Herr von Kriegelstein anfing?

Christian Burger: Die größte Konstante ist für mich die wichtige Stellung, die der Kundenservice bei Osram einnimmt. Das hat sich in all den Jahren nicht geändert. Interessant finde ich aber, dass auch Kunz sich vor 30 Jahren schon mit Leuchten beschäftigt hat. Auch bei LEDVANCE setzen wir jetzt stark auf das Thema. Ein wichtiger Baustein unserer Produkt-Strategie sind brandneue LED-Leuchten, die in zahlreichen Anwendungsbereichen eingesetzt werden können, einfach zu installieren sind und ein sehr faires Preis-Leistungs-Verhältnis haben.

Kriegelstein: Ich war zeitweise Produktmanager, unter anderem für Pflanzenleuchten. Was mir auffällt: Bei OSRAM waren das damals alles Produkte fürs eigene Zuhause. LEDVANCE geht jetzt zusätzlich stark in den professionellen Bereich. Das Produktportfolio ist viel breiter gefächert.

Burger: Das liegt auch daran, dass heute die biodynamische Wirkung des Lichts viel mehr im Fokus steht. Also der Einfluss, den Beleuchtung auf meine Lebensqualität hat. Das ist eine Entwicklung der letzten Jahre. Gerade mit LEDs kann man das super steuern und die Farben ganz nach dem jeweiligen Bedürfnis einstellen.

Man merkt Ihnen beiden eine Leidenschaft fürs Licht an...

Burger: Ich finde es spannend, welche Möglichkeiten sich durch innovative Beleuchtung auftun. Mit smarten LED-Produkten beispielsweise können Sie Ihre Beleuchtung per App steuern. Das ist eine echte Revolution auf dem Lichtmarkt und zeigt, was alles möglich ist Ein anderes Beispiel sind die LED Retrofit Lampen mit Filament-Technologie. Sieht aus wie eine Glühlampe, ist aber LED. Ein richtiger Hingucker – klasse. Oder Duo Click DIM-Lampen, die bei einem Doppelklick auf den Lichtschalter gedimmt werden können.

Kriegelstein: Mich hat immer fasziniert, dass circa 80 % der Informationen, die von außen unser Gehirn erreichen, unser Sehapparat liefert. Der Kontakt zu unserer Umwelt, unsere Emotionen werden daher entscheidend vom Licht geprägt. Wir dürfen nicht vergessen, dass wir in der sogenannten zivilisierten Welt 90 % unserer Zeit in geschlossenen Räumen verbringen. Wir können und müssen daher in Zukunft unsere Lebensqualität mit Hilfe des künstlichen LED-Lichts steigern. Dass das geht, haben schon sehr vielen Studien bewiesen. Aber zur Umsetzung haben wir noch Luft nach oben.

Hat man früher noch gedacht: „Licht muss vor allem effizient und hell sein“?

Kriegelstein: Genau, aber darüber, und wie effizient Licht erzeugt wird, sind wir schon lange hinweg. Heute sind unsere LED-Produkte rund 10 mal so effizient wie die gute alte Glühlampe.


Christian Burger

Herr Burger, Sie sind bei LEDVANCE für das Marketing der Leuchten zuständig. Dieser Bereich steht im Fokus des Unternehmens. Wie gehen Sie als junger Mensch mit dieser Verantwortung um?

Burger: Das erzeugt natürlich einen gewissen Druck für mich, ich sehe es aber auch als riesigen Ansporn. Was unser gesamtes Projektteam die letzten Monate geleistet hat, ist unglaublich und ein super Beispiel, wie LEDVANCE in Zukunft vorankommen kann.

Wie empfinden Sie die Stimmung unter den Kollegen?

Burger: Wir sind wie eine richtige Familie – das ist etwas, was ich bereits bei OSRAM gespürt habe. Hier sind alle per Du, es ist ein Miteinander. Gerade bei uns herrscht aber eine richtige Aufbruchstimmung, alle rücken noch enger zusammen und helfen sich gegenseitig. Das ist der LEDVANCE Spirit.

Kriegelstein: Der Kunde will ja die positiven Eigenschaften, die er von OSRAM kennt, auch bei LEDVANCE in Anspruch nehmen: hohe Qualität, Produkte mit einem guten Preis-/Leistungsverhältnis und einer großen Zuverlässigkeit. Damit wird auch LEDVANCE Erfolg haben.

Herr Burger, Sie konnten bei OSRAM sehr schnell Verantwortung übernehmen. Wie hat das Unternehmen Sie gefördert?

Burger: Ich habe 2012 ein duales Studium bei OSRAM begonnen und dann verschiedene Bereiche im Unternehmen durchlaufen. Das Marketing hat mich besonders angesprochen. OSRAM hat mich dann auf meiner jetzigen internationalen Stelle fest eingestellt und mir das Vertrauen beim Thema Leuchten geschenkt. Dies versuche ich nun bestmöglich mit meinem Einsatz zurückzuzahlen.

Was war Ihr bisheriges berufliches Highlight?

Burger: Ich durfte zwei Monate in unserer Nordamerika-Zentrale in den USA mitarbeiten. Das war eine Erfahrung, die man nicht in jedem Unternehmen bekommt. Aber OSRAM war es wichtig, dass ich eine globale Ausbildung bekomme. Der Austausch mit Kollegen aus Europa, Amerika und China ist großer Teil meiner täglichen Arbeit.

Kriegelstein: Mein schönster Licht-Moment war, als ich gemerkt habe, wie mich biologisch wirksame Beleuchtung beim Arbeiten beflügelt – auch wenn die Nacht einmal etwas kürzer war.

Kriegelstein: Hast Du eigentlich eine technische Ausbildung Christian?

Burger: Ich habe eine kaufmännische Ausbildung, war aber technischen Dingen immer aufgeschlossen. Ich glaube, das ist wichtig in meinem Job.

Kriegelstein: Sehr gut! Ich versuche auch immer, unsere technischen Highlights bei Vorträgen, Seminaren und bei der Betreuung – zum Beispiel von Lichtplanern - aufblitzen zu lassen! Ich finde wichtig, dass man selbst auch mit und für seine Produkte lebt. Der Kunde merkt und schätzt sowas.

Burger: Nicht nur der Kunde merkt das, sondern auch die Partnerin zu Hause (lacht). Sie muss oft lachen, weil ich beim Spazierengehen die Beleuchtung sämtlicher Gebäude analysiere.


Christian Burger und Kunz von Kriegelstein

Wie sieht denn bei Ihnen daheim die Beleuchtung aus?

Burger: Im Wohnzimmer habe ich Lampen mit Lightify installiert, kann also mein LED-Licht übers Smartphone steuern. Ich kann wirklich individuelles Licht machen – weißeres Licht fürs Arbeiten am Schreibtisch oder ein bisschen wärmeres Licht für den Abend. Ansonsten sind alle Brennstellen natürlich mit energiesparenden LED-Lampen besetzt. Und überm Esstisch hängt unsere neue Edition 1906 mit Retrofit-Lampen. Die ist beliebt bei allen Freunden.

Kriegelstein: Ich habe im Wohnbereich eine eher konventionelle Beleuchtung, streue da aber immer öfter Filament-Lampen ein. Zudem habe ich überall wo es nur geht, Lightify installiert, auch draußen. Da kann man schön mit dem Licht „zaubern“, das gefällt auch den Freunden und Nachbarn.

Sie sind schon lange im Geschäft, Herr von Kriegelstein. Mit welchen Gefühlen blicken Sie auf die Trends Digitalisierung und smarte Beleuchtung?

Kriegelstein: Das ist eine Riesenchance. Wer das nicht mit aller Power durchsetzt, hat schon verloren. Ich bin Techniker aus und mit Leidenschaft. Wenn solch neue Technologien aufkommen, dann setze ich mich damit auseinander. Ich will das verstehen und perfekt umsetzen können.

Wir haben viel über Veränderung gesprochen. Aber wo spürt man denn noch die hundertjährige Tradition OSRAMs?

Burger: Allein unsere erfahrenen Vertriebsmitarbeiter, die teilweise 20 oder 30 Jahre im Unternehmen sind: Das ist ein Erfahrungsschatz, den wir auch mit zu LEDVANCE nehmen. Und natürlich der Qualitätsanspruch: der war immer da und wird immer da sein.

Kriegelstein: Mir war immer wichtig, dass man den Partnern reinen Wein einschenkt, offen mit ihnen auch über Probleme spricht. Dafür steht OSRAM. Wir können uns das leisten!

Herr Burger, was könnten Sie sich für Ihre weitere Karriere noch von Herrn von Kriegelstein abgucken?

Burger: Alles (lacht). Vor allem seinen riesigen Erfahrungsschatz, seine Tricks und Kniffe. Dazu sein freundliches Auftreten und die Lockerheit, die er dabei ausstrahlt.

Herr Kriegelstein, gibt’s denn auch Dinge, die Sie von Ihrem jungen Kollegen noch lernen können?

Kriegelstein: Na klar. Besonders wichtig ist, wie die jungen Menschen in den modernen Medien unterwegs sind. Für mich ist das Alter keine Entschuldigung, ich versuche da mitzuhalten. Denn man muss das Lebensgefühl der jungen Generation verstehen, um zu wissen, welche Produkte sie brauchen. OSRAM ist bei der älteren Generation zu über 90 % bekannt. Es muss das Ziel sein, dass LEDVANCE sich das bei der jüngeren Generation ebenfalls erarbeitet.