Mal lässig, mal festlich: Die Geschichte des Lampenschirms

Lampenschirm 1

Lampenschirme sind ein wenig wie Mode: Manche Stile bleiben angesagt, andere sind heute in und morgen wieder out. Wir nehmen Sie mit auf eine Reise durch die Geschichte – von den Pariser Straßen des 17. Jahrhunderts bis hin zum aktuellen Comeback der freihängenden Lampen. Was waren die Meilensteine des Lampenschirms? Und welche Designs haben die Zeiten überdauert?


Bescheidene Anfänge

Mussten Sie daheim schon mal nach einem Stromausfall Kerzen anzünden? Kein Vergleich zu modernen Lampen, oder? Diese leuchten begrenzt und blenden kaum – Lampenschirme sind also nicht notwendig. Einst jedoch war solch eine Beleuchtung die Norm – etwa mit Petroleumlampen. Daher mussten Möglichkeiten geschaffen werden, Lichtquellen zu transportieren oder Menschen von der offenen Flamme zu schützen. Glasgefäße für Öllampen und Kerzenleuchter mit Griffen waren damals üblich.

Im 17. Jahrhundert, als Öllampen sich auf den Straßen von Paris und in italienischen Städten verbreiteten, tauchten erstmals Lampenschirme auf. Um das Licht auf den dunklen Bürgersteig darunter zu lenken, waren über und neben der Flamme Reflektoren angebracht. Später folgten Gaslampen für drinnen und draußen. Sie waren deutlich heller. So wurden damals Lampenschirme erstmals vorgeschrieben, um das Licht zu dämpfen. Milchglas und Textilien waren am Beliebtesten.


Die Stunde der Glühbirne

Das Jahr 1879 veränderte die Welt. Joseph Swan und Thomas Edison erfanden die elektrische Glühlampe mit Kohlefaden. Das Ergebnis? Lampen mit deutlich intensiverem Licht, die größere Bereiche beleuchten konnten. Lampenschirme waren nötig, um das Licht über einen Raum zu verteilen. In Zeiten des damals angesagten Viktorianischen Stils wurde der Lampenschirm so zu einem wichtigen Element der Innenarchitektur. Ob Textilien, Spitze, Quasten oder Perlen – die Möglichkeiten waren unbegrenzt!

Seitdem konnte man viele Trends kommen und gehen sehen. Wenn man die giftgrünen und orangenen Varianten aus den 1970ern betrachtet, ist das vielleicht auch besser so. Selbst manches Design aus den 1990ern wirkt heute komplett Fehl am Platz. Andere Entwürfe hingegen sind zeitlos.


Tiffany, die Bankiers und die Kronleuchter

1895 begann der amerikanische Künstler und Designer Louis Comfort Tiffany seine Tiffany-Lampenschirme zu verkaufen. Damit hob er das Design auf ein neues Level. Seine Bleiglasleuchten feiern den Jugendstil. Sie sind gekennzeichnet durch ihre geometrischen Formen und die natürliche Optik. Jeder Schirm entstand in stundenlanger Kleinstarbeit. Eine der damals entstandenen Originale wechselte 1997 angeblich für 2,8 Millionen Dollar den Besitzer. Jeden einzelnen Raum eines Hauses mit einem solchen Unikat zu verschönern dürfte also schwierig werden!

Das Thema Geld führt uns zu unserem nächsten Klassiker: die smaragdgrüne Banker-Lampe. Sie wissen schon. Wie man sie in alten Büchereien und auf schicken Bürotischen sieht. Sie wurde im 19. Jahrhundert populär, als der amerikanische Unternehmer und Ingenieur George Westinghouse begann, sie zu produzieren.

Diese Tischleuchte hat einen gläsernen Lampenschirm und ruht auf einem massiven Messingfuß. An- und Ausschalten lässt sie sich mit einer Zugkette. Und die Farbe? Das traditionelle Grün soll angeblich die Kreativität anregen!

Der prunkvollste und extravaganteste Vertreter ist aber selbstverständlich der Kronleuchter. Kein anderer Klassiker wird so sehr mit Erhabenheit und Wohlstand verbunden wie diese hängenden Leuchtkörper. In luxuriöser Pracht thronen sie von der Decke.


Zurück zu den Wurzeln

Wo stehen wir also? Im Moment scheint es, als kehrten wir zu den Anfängen zurück. Mehr als ein Jahrhundert nachdem Edison die elektrische Glühlampe erfand, bewundern wir auf einmal wieder die minimalistischen Facetten der Lampe. Plötzlich sieht man schlichte, freihängende Filament-Lampen an der Decke. Ihr Look: minimalistisch, unaufgeregt und zweckmäßig. Sie verströmen Vintage-Charme. In Bars und Restaurants, aber auch in Eigenheimen ist der Trend spürbar. Ein Beispiel dafür ist die Edition 1906 von LEDVANCE – sie kombiniert moderne Technologie mit klassischer Ästhetik. Gleichzeitig feiern metallische Lampenschirme im industriellen Stil ein Comeback.

Lässt sich also vorhersagen, welcher Lampenschirm-Trend als nächstes ansteht? Das ist, als wolle man die Modetrends für den Herbst 2018 vorhersagen: es ist noch viel zu früh dafür! Ganz bestimmt haben aber einige Innenarchitekten schon den nächsten großen Trend im Auge.