Plantastar 1000W Plus: Pflanzenwachstum in Gewächshäusern

03.04.2017

Anwendungsgebiet:  Gewächshäuser
Technologie:  Hochdruckentladungslampen
Zielgruppe:  Großhandel

LEDVANCE hat mit der Plantastar-Reihe Produkte im Angebot, die speziell für das Wachstum von Pflanzen und den Einsatz in Gewächshäusern entwickelt wurden. Jetzt geht das bisher stärkste Modell, die Plantastar 1000W Plus, in unseren Werken in Berlin und Wipperfürth in Produktion. Eingesetzt werden soll sie, wie schon ihre Produktgeschwister, in Gewächshäusern in den Niederlanden.

Die Niederlande gehören zu den weltweit größten Exporteuren von frischem Gemüse und Blumen. Tomaten, Rosen, Tulpen – die Vielfalt der Produkte ist riesig. Dabei haben die Niederlande gegenüber Ländern wie Spanien und Mexiko einen gravierenden Wettbewerbsnachteil – nämlich viel weniger natürliches Licht. Besonders im Winterhalbjahr ist dieses natürliche Licht in den Niederlanden wie in vielen anderen Teilen der Erde nicht ausreichend, damit Pflanzen wachsen können. Während ein sonniger Sommertag rund 100.000 Lux bietet, gibt es im Winter gerade mal 10.000 Lux. Das bedeutet: Eine zusätzliche Beleuchtung ist notwendig, damit ganzjährig produziert werden kann. Normalerweise wachsen Tomaten nur von Juni bis September.

Licht als Produktionsfaktor

Damit ist das richtige künstliche Licht im professionellen Gartenbau ein entscheidender Produktionsfaktor. Verantwortlich ist das Prinzip der Photosynthese. Sie ist der wesentliche Vorgang, von dem auf der Erde fast alles Leben abhängt. Mit Hilfe von Sonnenlicht (oder von Substituten) wandeln Pflanzen dabei Kohlendioxid und Wasser in Energie um, genauer in Glukose und Sauerstoff. Als Faustregel gilt: Ein Prozent mehr Licht ergibt ein Prozent mehr Ertrag.

Licht hat also enormen Einfluss auf Qualität und Quantität der Ernte. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an die Zuverlässigkeit des Lichts.

Die neue Plantastar 1000 W Plus geht an den Start

Hier kommt LEDVANCE mit seiner Plantastar-Reihe ins Spiel, die dank unterschiedlicher Leistungen auf verschiedene Pflanzen optimiert ist. Die bisher stärkste Version, die 1000W Plus, geht jetzt in Berlin und Wipperfürth in Produktion. Zuvor wurde sie in der Region um die Kleinstadt Monster südlich von Den Haag, die seit 1900 zu einem großen Teil von Gewächshäusern lebt, getestet. „Eine 1000W Plus Plantastar-Lampe beleuchtet in einem Gewächshaus etwa zehn Quadratmeter Fläche”, sagt Karen Twesten, die seit 1989 in der Produkt- und Verfahrensentwicklung in Berlin tätig ist. Seit September 2015 ist sie die verantwortliche Entwicklerin für Plantastar 1000W „Standard“ und „Plus“. Dabei ging es bisher vor allem um die Entwicklung eines stabilen Prozesses für die Fertigung der Lampen und das Training der Kollegen im Werk.

Im vergangenen Herbst besuchte Karen Twesten zusammen mit Johannes Buttstädt, Projektleiter der neuen 1000W Plantastar Plus, erstmals die Pilot-Anlagen in den Niederlanden. „Ich muss sagen, ich war total beeindruckt, allein die Größe!” sagt sie. Dabei können von einem Quadratmeter Fläche 60 bis 100 Kilo Tomaten oder 80 bis 120 Kilo Gurken pro Jahr geerntet werden.

Wellenlängen-Spektrum

Pflanzen brauchen photosynthetisch aktive Strahlung

Dafür können die Züchter nicht einfach irgendeine Lampe verwenden, denn Pflanzen haben einen unterschiedlichen Lichtbedarf, sie benötigen verschiedene Wellenlängen, um sich optimal entwickeln zu können. So mag es Efeu eher schattig, während Kakteen und generell Pflanzen, die im Mittelmeerraum, auf Bergen oder in Savannen wachsen, viel Licht benötigen. Pflanzen brauchen dabei die sogenannte „photosynthetisch aktive Strahlung“ (PAR). Das ist der Bereich im Spektrum der Sonnenstrahlung, der von photosynthetisch aktiven Lebewesen genutzt werden kann. Das heißt, die Lampen müssen mit Blick auf die Wellenlänge und die einzelnen Pflanzenarten optimiert sein.

Gewächshäuser sind kleine autonome Ökosysteme

In einem großen Gewächshaus mit zehn Hektar Fläche brennen etwa 10.000 Lampen mit jeweils 1000W. Es wird somit ein Megawatt elektrische Leistung benötigt. Die größeren Gewächshäuser haben sogar eigene Gasturbinen zur Stromversorgung. Karen Twesten sagt: „Mit der Abwärme wird das Gewächshaus im Winter zusätzlich beheizt, das Kohlendioxid wird den Pflanzen zugeführt. Die Tomatenpflanzen, die mit den 1000W-Plantastar-Lampen beleuchtet werden, werden durch Hummeln bestäubt. Und es gibt eigene Firmen, die die Hummeln dafür züchten sowie eigene Firmen, die nur Saatgut und Jungpflanzen ziehen.” Ein funktionierendes System mit eingespielter Infrastruktur.

Der Erfolg der neuen Plantastar 1000W Plus wird wie bei anderen Produkten der Reihe wieder von den Ernteerträgen abhängen. „Die Züchter sind Ernte-Experten, keine Licht-Experten“, sagt Karen Twesten. Nur wenn der Ertrag stimmt, steigt bei den Züchtern die Bereitschaft, in die neue Plantastar zu investieren. Sie verlassen sich also voll auf unser Know-how als Hersteller.“