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Sonnenuntergang

Wie elektrische Lampen die Welt veränderten

Mit Licht begann eine neue Ära

Wer hat Angst im Dunkeln? Jeder von uns mag sich schon mal gefragt haben, was im Dunkeln auf uns lauert: Geister, Monster, riesige Spinnen? Zum Glück können wir einfach das Licht anmachen – und so alle Gefahren aus unserer Fantasie sofort verbannen. Früher allerdings war die Nacht ein undurchschaubarer Abgrund – und manch Grauen war allzu real.

Im Mittelalter, als es noch keine Straßenbeleuchtung gab, hatten die Menschen Angst davor, nachts aus dem Haus zu gehen. Diebe, Räuber und Verbrecher lauerten überall – und die Dunkelheit diente ihnen als Maske. Zu der stets präsenten Angst, ausgeraubt zu werden, kamen noch ganz praktische Sorgen. Etwa, über einen Holzstapel zu stolpern oder in einen Fluss zu fallen.

Wirklich sicher war man drinnen jedoch auch nicht. Angeblich schoben die Menschen früher ihre Möbel gegen die Wand, bevor sie ins Bett gingen. So stießen sie wenigstens nicht dagegen, wenn sie nachts aufstehen mussten.

Die Menschen gingen bei Sonnenuntergang schlafen und standen bei Sonnenaufgang wieder auf. Nur bei Tageslicht konnten sie arbeiten, Freunde treffen oder spielen. Die Sonne, diese riesige Plasmakugel am Himmel, beherrschte ihr Leben.

Zuerst kamen die Kerzen

Mit dem Aufkommen der Kerzen verwandelte sich die Nacht von einem wirklich sehr dunklen Ort zu einem eher düsteren. Wenn Sie heute die Tür Ihres Kühlschranks öffnen, kommt Ihnen mehr Licht entgegen, als den meisten Haushalten im 18. Jahrhundert vergönnt war.

Ganz unterschiedliche Kerzen spendeten damals Licht: Talglichter etwa wurden aus dem Fett geschlachteter Tiere hergestellt. Sie rauchten und stanken leider auch. Bienenwachskerzen warfen ein beständigeres Licht – waren allerdings auch vier Mal so teuer. Kerzen aus Walrat produzierten das schönste Licht, aber kosteten noch mehr. Sie wurden aus Wachs gewonnen, das aus dem Vorderkopf des Pottwals stammte. Derweil mussten sich die Armen mit Binsenlichtern begnügen – Binsengräser, die in Streifen geschnitten und in Tierfett getränkt wurden.

Das Problem an Kerzen war, dass sie stets gepflegt werden mussten. Zudem waren sie eine gefährliche Brandquelle, die jedes Jahr viele Menschen das Leben kostete.

Deshalb entwickelte sich die Geschichte menschlicher Beleuchtung weiter – von Kerzen hin zu Öllampen. Das hellere Licht, das sie abgaben, erlaubte den Menschen abends mehr Geselligkeit. Sie konnten sich Geschichten erzählen, Klatsch austauschen oder Gesellschaftsspiele spielen. Der Nachteil war, dass das Öl sehr teuer war und die Lampen schnell schmutzig wurden.

Nächtliche Straße

Die Gesellschaft wandelt sich

Gasbeleuchtung, die im frühen 19. Jahrhundert aufkam, war eine bessere Lösung. Es dauerte nicht lange und sie verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Städte waren plötzlich auch abends belebt, da immer mehr Leute sich aus dem Haus wagten. Gasbetriebene Straßenlampen boten immerhin relative Sicherheit. Es hat seinen Grund, dass das Wort „Nachtleben“ im 19. Jahrhundert aufkam: Auf einmal konnte die Mittelschicht ihre Abende nutzen, um Schaufensterbummel zu machen, Theater zu besuchen oder Essen zu gehen.

Man muss allerdings dazu sagen, dass damalige Straßenlampen weniger Licht ausstrahlten als eine moderne 25 Watt Lampe. Sie waren zudem weitläufig verstreut und boten eher helle Flecken in der Ferne, die man ansteuern konnte – kein Vergleich zu den hell beleuchteten Straßen heutzutage.

Mit der Erfindung des elektrischen Lichts wurde die Welt endgültig erleuchtet. Elektrisches Licht funktionierte unmittelbar, war im Überfluss vorhanden und somit unwiderstehlich. Und bis zum Jahr 1900 hatte sich elektrisches Licht zum Standard in Städten entwickelt.

Seit über einem Jahrhundert erhellt elektrisches Licht nun unsere Häuser, Straßen und Büros. Arbeiten ist bis spät in die Nacht möglich. Genauso wie Freizeitaktivitäten – ob wir uns nun ein internationales Fußballspiel ansehen oder den neuesten Film im Kino.

Köln

Licht macht glücklich

Mittlerweile nutzen wir Licht sogar, um unsere Stimmung aufzuhellen. Viele Menschen bekommen den Winter-Blues: zu wenig Tageslicht zieht uns runter, wir fühlen uns niedergeschlagen und müde. Viel ernster ist die Jahreszeit aber für Menschen, die unter einer Winterdepression leiden, eine psychische Störung, die mit Depression, Müdigkeit und manchmal sogar Selbstmordgedanken einhergeht. Glücklicherweise schafft Licht Abhilfe: 30 Minuten vor einer Lichttherapielampe erhöhen die Melaninproduktion im Körper und wirken sich so positiv auf den Biorhythmus aus (der biologische Prozess in unserem Körper, der sich alle 24 Stunden wiederholt).

Es gibt aber noch andere Möglichkeiten, sich während der Wintermonate aufzuheitern. Wie wäre es mit einem Trip in die Hotwire Helios Bar in West Seattle? Das Café hat Lichtboxen, dessen Strahlen das Sonnenlicht nachahmen. So können sich die Kunden aufmuntern, indem sie ihrem Cappuccino eine kleine Extraprise Licht zufügen.

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